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Energiewirtschaft

Was untersucht die Energiewirtschaftswissenschaft?

Die energiewirtschaftliche Forschung analysiert, ob und unter welchen Voraussetzungen Märkte die an sie gestellten gesellschaftlichen Anforderungen erfüllen bzw. erfüllen können. Sie untersucht daher die Funkti-onsweisen und das Zusammenspiel der verschiedenen Teilmärkte des Energiesektors, die techno-ökonomischen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Energietechnologien und die konkreten Ergebnisse des Agierens der Marktakteure. Sie kann auch vergleichend arbeiten, in dem sie die verschiedenen Rahmenbedin-gungen (z. B. in mehreren Ländern) miteinander vergleicht und Vor- und Nachteile analysiert.

Die wachsende Bedeutung der erneuerbaren Energien führt notwendiger Weise auch zu einem Wandel der Energiewirtschaft und erfordert eine kontinuierliche Anpassung des Designs der Energiemärkte und der Regulierung. Die Erneuerbaren stellen mittlerweile einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor dar, gleich-zeitig beeinflussen sie das Geschehen an den Energie-märkten und das Marktumfeld für die konven­tionelle Energiewirtschaft.

Regulatorische Rahmenbedingungen für Energiemärkte

Die Ausgestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen für Energiemärkte ist ein Instrument zur Erreichung gesellschaftlicher Ziele. Im Energiesektor kommen regulierten Märkten unterschiedliche Steuerungsfunktionen zu:

  • (Regulierte) Märkte sollen kurz- und langfristig Ver-sorgungssicherheit gewährleisten. Dahinter liegt die Vorstellung, dass Märkte Preissignale aussenden, die jederzeit zur Befriedigung der Nachfrage nach Energie führen und gleichzeitig für einen ressourcen-schonenden Einsatz der eingesetzten Güter sorgen.
  • Gleichzeitig besteht die Anforderung, dass Märkte hinreichende und ausreichend stabile Investitions-bedingungen für die darin agierenden Akteure bereitstellen sollen. Dabei sind auch Anreize für institutionelle, organisatorische und technische Innovationen zu berücksichtigen.
  • Einige Energietechnologien bergen Risiken für Gesundheit und Ökosysteme, die unter den bisherigen Marktbedingungen nicht (ausreichend) kompensiert und somit auch nicht in das Entscheidungskalkül des Verursachers einbezogen werden. Das zunehmende Auftreten dieser sogenannten exter-nen Kosten muss durch Anpassungen marktlicher Rah-menbedingungen bzw. durch politisch flankierende Regelungen für die Energiewirtschaft verhindert oder zumindest stark gemindert werden. Ein Beispiel für die monetäre Berücksichtigung externer Kosten wäre ein angemessen hoher Preis für CO2-Emissionen, der tatsächlich Marktwirkung erzielt.
  • Die gesellschaftlich gewollte Transformation des Energiesystems schafft zusätzliche Herausforde-rungen für die Energiewirtschaft: Die zunehmende– vorwiegend volatile – Einspeisung erneuerbarer Energien und die Verfolgung ambitionierter Klimaschutzziele erfordern eine Weiterentwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen für Energiemärkte.

Pluspunkte der Energiewirtschaftswissenschaft

Für politische wie wirtschaftliche Entscheidungen und die Schaffung eines förderlichen marktlichen Rechtsrahmens leistet die energiewirtschaftliche Forschung wertvolle Beiträge:
+    Entwicklung mittel- und langfristiger Energie­ szenarien zur Analyse der Entwicklungsmöglichkeiten des Energiesystems
+    Durchführung von Marktanalysen
+    Erstellung von Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeitsstudien
+    Untersuchungen, inwieweit Marktdesigns den Anforderungen der Energiewende gerecht werden und wie sie gegebenenfalls zu ändern oder zu ergänzen sind
+    Untersuchung der zunehmenden Wechselwir-kungen zwischen den Sektoren (Sektorkopplung)
+    Entwicklung und Evaluierung von Instrumenten und Maßnahmenbündeln
+    möglichst effiziente System- und Marktintegration der erneuerbaren Energien
+    Analysen zur Einführung von Flexibilitätsoptionen zur Gewährleistung der Systemsicherheit bei weiterem­ Ausbau der Erneuerbaren
+    Entwicklung dezentraler Marktstrukturen und Analyse möglicher Wechselwirkungen
+    Untersuchungen zur Entwicklung der Energienachfrage unter Berücksichtigung der erwarteten Durchführung von Effizienzmaßnahmen

Forschungs- und Entwicklungsbedarf für die Energiewirtschaftswissenschaft

Im Rahmen energiewirtschaftlicher Betrachtungen werden z. B. Fragen nach der heutigen oder zukünftigen Wirtschaftlichkeit und den ökonomisch relevanten Umwelteffekten (z. B. THG-Emissionen bzw. THG-Minderungseffekten) einzelner Technologien untersucht. Oder es wird analysiert, welche Änderungen der politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, um gesellschaftlich gewünschten Technologien zum Durchbruch zu verhelfen. Dabei werden auch verschieden (geographisch oder sachlich) abgegrenzte Märkte untersucht, in denen verschiedene Energietechnologien und ihre Anbieter agieren. Somit bestehen viele Verbindungen zur energiepolitischen Analyse. In der perspektivischen Betrachtung werden dann Vorschläge gemacht, wie diese Segmente neu gestaltet werden können, um sich gewünschten technologischen Entwicklungen zu öffnen.

Wesentliche energiewirtschaftliche Fragestellungen:

  • Untersuchung der Wirtschaftlichkeit einzelner Technologien
  • Identifikation von Möglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit einzelner Technologien beeinflussen zu können
  • Energiesystemanalyse zur Untersuchung der Wech-selwirkungen verschiedener Energietechnologien unter verschiedenen regulatorischen Rahmenbe-dingungen bzw. Marktdesigns
  • Analyse der Ausgestaltungsmöglichkeiten des Energiemarktdesigns mit hohen Anteilen volatiler Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und zunehmenden Zeitspannen mit Grenzkosten von Null oder unter Null
  • Untersuchung der regulatorischen Rahmenbedingungen für diverse Teilmärkte zur Förderung der Markt- und Systemintegration von volatilen erneuerbaren Energien (Wind, Solar) sowie komplemen-tären Flexibilitätsoptionen (flexible konventionelle und erneuerbare Stromerzeugung, Speicher, Nachfragemanagement)
  • Untersuchung zur Notwendigkeit neuer Marktsegmente (z. B. Kapazitätsmärkte)
  • Analyse des Energiemarktes, um Novellierungen von energiewirtschaftlich relevanten Gesetzen wie EEG und KWKG im Sinne des Transformationskonzepts zu gestalten
  • Analyse möglicher dezentraler Marktstrukturen und Wechselwirkungen mit zentralen Großhandelsmärkten
  • Analyse der Wirksamkeit spezifischer Maßnahmen und Instrumente auf der Seite der Energieeffizienz-steigerung (z. B. Energieeinsparverordnung)
  • Konzepte für den Energiehandel und -transport zwischen großen Leistungsquellen (Windparks, ländlichen Regionen) und Leistungssenken (Industrie, Ballungszentren)
  • Analyse von akteurspezifischen Interessen
  • Untersuchung sinnvoller Netzstrukturen auch im europäischen Kontext
  • Interdisziplinäre Analyse des Verhaltens von Akteuren
  • Analyse der Entwicklung der Energienachfrage unter Berücksichtigung von Effizienzmaßnahmen und der Sektorkopplung

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