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Akzeptanz- und Transformationsforschung

Beitrag der Akzeptanz- und Transformationsforschung zu einem nachhaltigen Energiesystem

Die Energiewende kann als komplexes Zusammenspiel von sozialen, technologischen, wirtschaftlichen und politischen Innovationsprozessen verstanden werden. Für die wissenschaftliche Begleitung der Energiewende ist daher eine ganzheitliche thematische Herangehens-weise notwendig, die über die Erforschung rein technischer und ökonomischer Fragestellungen hinausgeht. Sie erfordert einen transformativen Forschungsansatz, der interdisziplinär unterschiedliche Wissenschafts-disziplinen vernetzt und darüber hinaus auch die nicht-wissenschaftlichen Akteure einbezieht, um umsetzbare und erfolgversprechende Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Die Energiewende kann nur als Gemeinschaftswerk von Bürgern, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft gelingen. Diese Akteursvielfalt mit multiplen Rollen, Perspektiven und Verantwortlichkeiten bedingt eine Reihe an Interessen-, Ziel- und Ebenenkonflikten zwischen den involvierten Gruppen. Ebenso ist für die Umsetzung der avisierten Veränderungsmaßnahmen eine breite Akzeptanz möglichst vieler unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteursgruppen notwendig. Dabei ist es nicht ausreichend, ausschließlich auf die öffentliche Akzeptanz im Sinne der Zustimmung innerhalb der Bevölkerung oder betroffener Anwohner zu zielen, vielmehr bedarf es ebenso der aktiven Unterstützung, der klaren Positionierung und des positiven Wirkens übergeordneter Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Dies gilt sowohl für Energieerzeugung als auch -nutzung.

Einen besonderen Akzeptanzfaktor stellen die Beteiligungsmöglichkeiten für alle Akteursgruppen in energie-relevanten Planungs- und Entscheidungsprozessen dar. Trotz existierender politischer Willensbekundungen und einiger guter Ansätze findet die tatsächliche Umsetzung von Beteiligungsstrategien in der Praxis nur bedingt statt. Es bedarf folglich ganzheitlicher Konzepte und Strategien, welche die akzeptanzrelevanten Faktoren akteursspezifisch erfassen, die verhaltenswirksamen Rahmenbedingungen­ berücksichtigen und beteiligungs-orientierte Lösungsansätze ermöglichen.

Weiterhin bedarf es eines Kompetenzaufbaus auf Seiten der Verfahrensträger. Die Berücksichtigung der Bewertungs­ und Verhaltensebenen ermöglicht die Entwicklung abgestimmter Anlagenkonzepte, nutzerorientierte Technologieentwicklungen sowie die Förderung von nachhaltigen Energieverbrauchsmustern.

Die Schaffung einer konstruktiven Dialogkultur sowie der Vorrang offener Diskussionen und Entscheidungen sind wichtige Ziele für die Umsetzung der Energiewende.

Pluspunkte für die Akzeptanz- und Transformationsforschung

Transformations- und Akzeptanzforschung bieten:
+    Die Akzeptanzforschung untersucht die Interessen, Verhaltensmuster und sozialen Praktiken der verschiedenen gesellschaftlichen Akteure wie Marktteilneh-menden oder der politischen Entscheidenden. Es wird z. B. analysiert, wie neue Technologien in konkreten­ gesellschaftlichen Umfeldern wirken, und welche Kooperationsmöglichkeiten es zwischen Politik­ und Unternehmen zur Gestaltung von Transformationsprozessen gibt.
+    Diese Forschungen sind zunehmend interdisziplinär und beinhalten das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen wie Soziologie, Psychologie, Geographie oder Verhaltensökonomie.
+    Transformations- und Akzeptanzforschung erleichtern­ die Aktivierung von Bürgerinvestitionen in die Energiewende.
+    Transdisziplinäre Forschung liefert Beiträge zur Lösung gesamtgesellschaftlich relevanter Probleme. Sie trägt dazu bei, dass gesellschaftlicher Wandel realisiert werden kann und zugleich kritisch begleitet wird.

Forschungs- und Entwicklungsbedarf für Akzeptanz- und Transformationsforschung

  • Verbesserung der Planungsergebnisse durch lokales Wissen und Multi-Akteurs-Perspektiven
  • Erhöhung der Legitimität von Verfahren und Entscheidungen­ durch Beteiligung,
  • Demokratisierung des Energiesystems
  • partizipative Forschungsansätze: Etablierung von Qualitätskriterien und Standards „guter“ Beteiligung
  • sozialwissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Betrachtung der Integration von formellen und informellen Beteiligungsprozessen bei Planungs­ verfahren von Energieinfrastruktur sowie der Umsetzung von finanziellen Teilhabemodellen
  • systematische multi-methodale Längsschnittuntersuchungen von Akzeptanzentwicklungen in Ergänzung zu bestehenden Fallstudien
  • Gerade bei der ländlichen Elektrifizierung ist ein besseres Verständnis sozio-ökonomischer und soziologisch-technischer Zusammenhänge nötig. In neuen Konzepten und Produkten müssen diese Erkenntnisse mit moderner Leistungs- und ­Regelungselektronik verbunden werden.
  • Untersuchungen zu sozio-ökonomischen Effekten von Steuer- und Regulierungsinstrumenten für die Sektorkopplung im Strom-Wärme-System
  • Wenn die energiebezogene Mentalitäten, Verhaltensmuster und soziale Praktiken der Bürger bekannt sind, kann gezielter auf akzeptable Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende hingewirkt werden.
       

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